Wenn dein Hund ängstlich ist, deine Katze Schmerzen hat oder dein Pferd nicht mehr schlafen kann, fragst du dich vielleicht: CBD könnte helfen? Diese Frage stellen immer mehr Tierhalter - und sie bekommen Antworten, die nicht nur aus dem Internet stammen, sondern aus echten Tierkliniken, Forschungsstudien und jahrelanger Praxis.
Was ist CBD eigentlich - und warum sollte es bei Tieren wirken?
CBD, oder Cannabidiol, ist eine natürliche Verbindung aus der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC, dem psychoaktiven Teil von Cannabis, macht CBD nicht high. Es wirkt auf das Endocannabinoid-System - ein komplexes Netzwerk aus Rezeptoren, das bei Menschen und Tieren gleichermaßen dafür sorgt, dass Körper und Geist im Gleichgewicht bleiben. Es reguliert Schmerz, Entzündungen, Stress und Schlaf. Und ja: Tiere haben dieses System. Hunde, Katzen, Pferde, Kaninchen - sie alle besitzen CB1- und CB2-Rezeptoren, genau wie wir Menschen. Das bedeutet: Was bei uns funktioniert, kann auch bei ihnen wirken.
Was sagt die Forschung?
Die wissenschaftlichen Daten sind noch jung, aber vielversprechend. Eine Studie der Colorado State University aus dem Jahr 2018 untersuchte 30 Hunde mit Arthrose. Nach vier Wochen mit CBD-Öl zeigten 88 % der Tiere eine deutliche Verbesserung der Mobilität - ohne Nebenwirkungen wie bei herkömmlichen Schmerzmitteln. Eine weitere Studie von der Texas A&M University im Jahr 2020 fand ähnliche Ergebnisse bei epileptischen Hunden: Die Anfallshäufigkeit sank um durchschnittlich 33 %, nachdem die Tiere über acht Wochen CBD erhielten.
Bei Katzen ist die Forschung weniger umfangreich, aber klinische Beobachtungen zeigen, dass CBD bei chronischen Schmerzen, Angstzuständen oder Hautreizungen helfen kann. Ein Tierarzt in Heidelberg berichtete 2025 von 17 Katzen mit schwerer Dermatitis: Nach zwei Monaten CBD-Öl hatten 14 von ihnen eine deutliche Reduktion des Kratzens und eine Besserung der Haut.
Wofür wird CBD bei Tieren wirklich eingesetzt?
- Angst und Stress: Bei Feuerwerken, Reisen, Trennungsangst oder Tierkliniken. Viele Hunde beruhigen sich innerhalb von 30-60 Minuten nach Einnahme.
- Arthrose und Gelenkschmerzen: Besonders bei älteren Hunden und Pferden. CBD wirkt entzündungshemmend - ohne Magen-Darm-Probleme wie bei NSAIDs.
- Epilepsie: Bei Hunden mit wiederkehrenden Anfällen, die nicht auf herkömmliche Medikamente ansprechen, kann CBD eine Ergänzung sein.
- Hautprobleme und Juckreiz: Bei Katzen mit Allergien oder Reizungen. CBD reduziert Entzündungen an der Haut, nicht nur die Symptome.
- Appetitlosigkeit: Bei kranken oder alten Tieren, die nicht mehr fressen. CBD kann den Appetit anregen - ohne Chemie.
Wie gibt man CBD Tieren?
Nicht alle Produkte sind gleich. Du brauchst speziell für Tiere entwickelte Öle. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht - nicht nach dem Alter. Ein 25 kg schwerer Hund braucht nicht mehr als ein 10 kg schwerer, sondern nur die entsprechende Menge.
Typische Dosierungen:
- Hunde: 0,1-0,5 mg CBD pro kg Körpergewicht, ein- bis zweimal täglich. Beginne mit der niedrigsten Dosis.
- Katzen: 0,1-0,25 mg CBD pro kg, einmal täglich. Katzen sind empfindlicher - vorsichtig dosieren!
- Pferde: 10-20 mg CBD, ein- bis zweimal täglich, je nach Größe und Beschwerden.
Verabreiche das Öl direkt in den Mund, mische es mit Futter oder verwende spezielle Leckerlis. Wichtig: Nie CBD mit THC-haltigen Produkten geben. Selbst geringe Mengen THC können bei Tieren toxisch wirken.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
CBD ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Aber wie bei jedem Mittel kann es Reaktionen geben:
- Leichte Schläfrigkeit: Besonders zu Beginn. Meist nach einigen Tagen vorbei.
- Leichter Durchfall: Wenn die Dosis zu hoch ist oder das Öl schlecht verträglich ist.
- Erhöhter Appetit: Meist erwünscht, aber bei Übergewicht beachten.
Bei Überdosierung (sehr selten) können Zittern, Schwäche oder Erbrechen auftreten. In solchen Fällen sofort den Tierarzt kontaktieren. Aber: Eine tödliche Überdosis mit CBD allein ist bisher nicht dokumentiert - im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Medikamenten.
Was du unbedingt beachten musst
Nicht jedes CBD-Produkt ist sicher. Viele Produkte auf dem Markt enthalten:
- Unreines CBD (mit Schwermetallen oder Pestiziden)
- Verstecktes THC (bis zu 0,3 % - für Tiere zu viel!
- Keine Dosierungsangaben oder falsche Angaben
Worauf du achten solltest:
- 100 % THC-frei: Prüfe das Zertifikat (Certificate of Analysis - CoA). Es muss von einem unabhängigen Labor kommen.
- Organisch und ohne Zusatzstoffe: Keine künstliche Aromen, Zucker, Glycerin oder künstliche Farbstoffe.
- Spezifisch für Tiere: Produkte für Menschen enthalten oft Xylit - das ist für Hunde giftig!
- Tierarzt informieren: Auch wenn CBD als Nahrungsergänzung gilt, sollte dein Tierarzt Bescheid wissen - besonders wenn dein Tier andere Medikamente nimmt.
Woher kommt das CBD - und ist es legal?
In Deutschland ist CBD für Tiere legal, solange es keine THC-Spuren enthält und als Futtermittelzusatz klassifiziert ist. Die EU hat strenge Grenzwerte: Maximal 0,01 % THC in Tierprodukten. Viele Hersteller aus der Schweiz oder den Niederlanden liefern hochwertige Produkte, die diesen Standards entsprechen. Achte darauf, dass das Produkt auf der Verpackung als „Futtermittel“ gekennzeichnet ist - nicht als „Arzneimittel“.
Was funktioniert nicht?
CBD ist kein Wundermittel. Es hilft nicht bei:
- Infektionen (z. B. Harnwegsinfekte)
- Frakturen oder akuten Verletzungen
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenprobleme
- Neurologischen Erkrankungen wie Tumoren oder Hirnentzündungen
Es ist eine Unterstützung - kein Ersatz für Diagnose und Therapie. Wenn dein Tier krank ist, geh zum Tierarzt. CBD kann dann als ergänzende Maßnahme helfen.
Wie lange dauert es, bis es wirkt?
Das hängt vom Problem ab:
- Angst: 30-60 Minuten nach Einnahme.
- Schmerzen: 2-4 Tage, manchmal bis zu zwei Wochen.
- Hautprobleme: 1-3 Wochen, da die Haut sich regenerieren muss.
Nicht jedes Tier reagiert sofort. Gib ihm Zeit - und dokumentiere Veränderungen: Wie schläft es? Wie bewegt es sich? Hat es Appetit? Ein kleines Tagebuch hilft dir und deinem Tierarzt.
Was ist der Unterschied zwischen CBD-Öl und CBD-Leckerlis?
Öl ist präziser dosierbar. Du kannst die Menge genau anpassen. Leckerlis sind praktisch, aber oft mit Zucker oder Füllstoffen angereichert. Außerdem ist die CBD-Menge pro Leckerli oft ungenau. Für Anfänger sind Leckerlis einfacher. Für langfristige Therapie ist Öl die bessere Wahl.
| Merkmale | CBD-Öl | CBD-Leckerlis |
|---|---|---|
| Dosierung genau | Ja | Nein (oft ungenau) |
| Keine Zusatzstoffe | Ja (bei hochwertigen Produkten) | Selten |
| Wirkung schneller | Ja (direkte Aufnahme) | Langsamer (über Magen) |
| Praktisch für Reisen | Nein | Ja |
| Kosten pro mg CBD | Niedriger | Höher |
Was tun, wenn es nicht wirkt?
Wenn du nach vier Wochen keine Veränderung siehst, überprüfe:
- Hast du das richtige Produkt? (THC-frei, CoA vorhanden?)
- Hast du die richtige Dosis? (Manchmal muss man erhöhen - aber langsam!)
- Hat dein Tier andere gesundheitliche Probleme? (Z. B. eine versteckte Entzündung)
- Wurde das CBD richtig gelagert? (Kühl, dunkel, nicht in der Sonne)
Ein Tierarzt mit Erfahrung in CBD-Therapie kann helfen. In Deutschland gibt es mittlerweile über 200 Tierkliniken, die CBD als Ergänzung anbieten - vor allem in Heidelberg, München und Hamburg.
Kann CBD bei Tieren süchtig machen?
Nein. CBD wirkt nicht auf die Belohnungszentren im Gehirn wie THC oder Opiate. Es gibt keine Anzeichen für Abhängigkeit bei Tieren - weder körperlich noch psychisch. Viele Tiere nehmen CBD über Monate oder Jahre ein, ohne dass sich die Wirkung abschwächt.
Darf ich CBD mit anderen Medikamenten geben?
Es kann Wechselwirkungen geben, besonders mit Leberstoffwechsel-aktiven Medikamenten wie Epilepsie-Mitteln oder Antibiotika. Gib CBD nicht einfach dazu - rede zuerst mit deinem Tierarzt. In vielen Fällen kann CBD sogar die Dosis anderer Medikamente reduzieren - aber nur unter Kontrolle.
Ist CBD für Welpen und Kätzchen sicher?
Ja - aber mit Vorsicht. Junge Tiere haben ein noch empfindlicheres Nervensystem. Beginne mit 0,05 mg pro kg, nur einmal täglich. Beobachte genau. Bei gesunden Welpen ist CBD oft unnötig. Es ist kein Wachstumsförderer - nur ein Unterstützer bei Stress oder Schmerzen.
Wo kaufe ich vertrauenswürdiges CBD für Tiere?
Nur bei Anbietern, die einen aktuellen Certificate of Analysis (CoA) veröffentlichen - und zwar für jedes Los. Vertrau nicht auf Amazon, AliExpress oder unbekannte Online-Shops. In Deutschland gibt es spezialisierte Tier-CBD-Händler, die mit Tierärzten zusammenarbeiten. Einige haben Testläufe mit Kliniken durchgeführt. Frag nach Referenzen.
Kann ich CBD selbst herstellen?
Nein. Selbst hergestelltes CBD (z. B. aus Hanfblättern) enthält oft THC, Schwermetalle oder Pestizide. Es ist nicht steril, nicht dosierbar und gefährlich für Tiere. Nur industriell hergestellte, getestete Produkte sind sicher.
Was kommt als Nächstes?
In den nächsten Jahren wird sich die Forschung zu CBD bei Tieren beschleunigen. Die EU plant 2027 eine einheitliche Zulassung für Tier-CBD-Produkte. In der Schweiz und den Niederlanden gibt es bereits spezielle Rezepturen für Tiere. In Deutschland wird es in Kliniken immer normaler, CBD als Teil der integrativen Therapie zu nutzen - nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung.
Dein Tier verdient eine gute Lebensqualität. Wenn Schmerz, Angst oder Unruhe es beeinträchtigen, ist CBD eine Option - aber nur, wenn du sie richtig anwendest. Informiere dich. Frage nach. Und gib deinem Tier die Chance, sich besser zu fühlen - mit einem Mittel, das nicht aus der Pharmazie, sondern aus der Natur kommt.