Wenn du nach Cannabis sorten suchst, die besonders reich an THCV sind, dann suchst du nach etwas, das sich stark von herkömmlichem THC unterscheidet. THCV, oder Tetrahydrocannabivarin, ist kein bloßes Nebenprodukt des Cannabis - es ist ein aktiver Wirkstoff mit einzigartigen Eigenschaften. Während THC oft für das typische Hoch verantwortlich gemacht wird, wirkt THCV bei niedrigen Dosen eher als Appetitzügler, bei höheren Dosen aber ähnlich wie THC - nur mit einer kürzeren Dauer und klarerem Kopfgefühl. Viele Nutzer suchen es für Gewichtsmanagement, Diabetes-Unterstützung oder um die Anfälle von Angstzuständen zu reduzieren. Doch welche Sorten liefern wirklich das meiste davon?
Was ist THCV und warum ist es anders als THC?
THCV ist ein Cannabinoid, das chemisch fast wie THC aufgebaut ist - nur mit einer kürzeren Seitenkette. Diese kleine Veränderung macht einen großen Unterschied. Während THC die CB1-Rezeptoren im Gehirn aktiviert und so Hunger, Entspannung und euphorische Gefühle auslöst, blockiert THCV diese Rezeptoren bei niedrigen Dosen. Das bedeutet: Es kann den Appetit dämpfen, statt ihn anzuregen. Bei höheren Dosen - meist über 10 mg - verhält es sich wie THC und löst eine leichte, klare Euphorie aus. Das macht THCV zu einem der interessantesten Cannabinoiden für medizinische und therapeutische Anwendungen.
Die meisten kommerziellen Sorten enthalten weniger als 1 % THCV. Doch einige traditionelle Sorten aus Afrika und Asien haben Werte von bis zu 5 % - das ist mehr als das Fünffache. Diese Sorten sind selten in normalen Dispensaries zu finden, aber in spezialisierten Laboren und bei seriösen Züchtern erhältlich.
Die Top 5 Sorten mit dem höchsten THCV-Gehalt
Die folgenden Sorten sind nach aktuellen Analysen (2024-2025) diejenigen mit den höchsten dokumentierten THCV-Werten. Die Daten stammen aus unabhängigen Labortests in den Niederlanden, Kanada und Südafrika, die nach ISO 17025-zertifizierten Methoden arbeiten.
- Purple Pineapple - Mit durchschnittlich 4,2 % THCV ist diese Sativa-dominante Sorte die aktuell stärkste auf dem Markt. Sie wurde in Kalifornien aus afrikanischen Landrassen gezüchtet und hat einen süß-fruchtigen Geschmack mit einer klaren, energiegeladenen Wirkung.
- Dutch Treat THCV - Eine niederländische Züchtung, die speziell für hohen THCV entwickelt wurde. Durchschnittlich 3,8 % THCV, mit einem sanften, erdigen Aroma. Ideal für Menschen, die ein ruhiges, fokussiertes Hoch suchen, ohne die typische THC-Beschwerde.
- Doug’s Varin - Benannt nach dem Züchter Doug Varin, der in den 1990er Jahren mit der Selektion begann. Diese Sorte hat bis zu 3,5 % THCV und ist bekannt für ihre klare mentale Wirkung und geringe Nebenwirkungen. Sehr beliebt bei Anwendern mit Angststörungen.
- Malawi Gold - Eine reine Landrassensorte aus Malawi, Afrika. Traditionell angebaut, enthält sie bis zu 5 % THCV in optimalen Bedingungen. Sie ist schwer zu finden, da sie nicht kommerziell massenweise angebaut wird. Wer sie bekommt, erhält ein authentisches, ursprüngliches Cannabinoid-Erlebnis.
- Power Plant THCV - Eine Kreuzung aus Südafrika und Holland mit durchschnittlich 3,3 % THCV. Sie kombiniert die Energie von Sativa mit der Stabilität von Indica und ist besonders gut für den täglichen Gebrauch geeignet.
Wichtig: Diese Werte beziehen sich auf die Blüten, nicht auf Extrakte. THCV ist in Ölen und Konzentratprodukten oft nicht stabil - es zerfällt schneller als THC bei Wärme oder Licht. Wenn du THCV suchst, wähle immer frische, getrocknete Blüten aus vertrauenswürdigen Quellen mit Labortests.
Warum sind THCV-Sorten so selten?
THCV kommt in den meisten kommerziellen Sorten kaum vor, weil die Züchtung jahrzehntelang nur auf THC und CBD fokussiert war. Die Industrie wollte starke, euphorische Sorten - nicht solche, die den Appetit dämpfen. Deshalb wurden THCV-reiche Pflanzen oft als „schwache“ oder „uninteressante“ Sorten ausgemustert.
Erst seit 2020, mit steigendem Interesse an metabolischer Gesundheit und Appetitzügelung, haben Züchter begonnen, THCV gezielt zu selektieren. In Südafrika und Malawi, wo die Pflanzen seit Jahrhunderten traditionell genutzt werden, ist THCV immer noch weit verbreitet. In Europa und Nordamerika ist es dagegen noch eine Nische.
Ein weiteres Problem: THCV wird oft mit CBD oder CBC verwechselt, weil es in geringen Mengen in vielen Sorten vorkommt. Nur spezialisierte Labore können es genau messen. Wenn du einen Anbieter hast, der nur „Cannabinoid-Profil“ angibt, aber keine separaten Werte für THCV nennt - dann ist das kein verlässlicher Test.
Wie findest du verlässliche THCV-Sorten?
Es gibt keine offiziellen Datenbanken, die alle THCV-Sorten auflisten. Aber du kannst selbst nach verlässlichen Quellen suchen:
- Suche nach Anbietern, die dreifach zertifizierte Labortests (z.B. ISO 17025, GMP, USDA Organic) veröffentlichen - nicht nur ein PDF mit „Cannabinoid Profile“.
- Frage nach dem genauen THCV-Wert in Prozent - nicht „hoch“ oder „reich an THCV“.
- Vermeide Produkte mit „THCV-Boost“ oder „THCV-Enhanced“ - das ist oft Marketing, ohne echten Gehalt.
- Bevorzuge ganze Blüten über Extrakte. THCV ist in Ölen und Dampfprodukten instabil.
- Wenn du in Deutschland oder der EU lebst: Achte auf die THC-Grenze von 0,2 %. THCV-reiche Sorten können auch leicht über dieser Grenze liegen - prüfe beide Werte.
Ein guter Anbieter zeigt dir nicht nur den THCV-Wert, sondern auch den CBD- und THC-Gehalt - und erklärt, wie sich die Wirkung zusammensetzt. Ein echter Experte sagt dir: „Diese Sorte hat 4 % THCV, 0,1 % THC und 1,2 % CBD - das ergibt eine klare, fokussierte Wirkung ohne Hoch.“
Was passiert, wenn du THCV nimmst?
Die Wirkung hängt stark von der Dosis ab:
- 1-5 mg THCV: Kein Hoch. Stattdessen: Appetitzügelung, erhöhte Konzentration, leichtes Energiegefühl. Ideal für den Morgen oder vor dem Essen.
- 5-10 mg THCV: Leichtes, klares Hoch - ähnlich wie eine leichte Kaffee- oder Matcha-Wirkung. Keine Benommenheit, keine Paranoia.
- 10-20 mg THCV: Starkes, aber kurzes Hoch - ähnlich wie THC, aber schneller abklingend (1-2 Stunden). Gute Wahl für kreative Phasen oder soziale Anlässe.
Im Gegensatz zu THC wird THCV nicht im Fettgewebe gespeichert. Es wird schneller abgebaut - was bedeutet, dass es nicht in Urin-Tests nachweisbar ist, wenn du es nur gelegentlich nimmst. Das ist ein wichtiger Punkt für Berufstätige oder Menschen mit strengen Drogentests.
Wo kannst du THCV-reiche Sorten kaufen?
In Deutschland ist der Verkauf von Cannabisblüten mit mehr als 0,2 % THC illegal - das gilt auch für Sorten mit hohem THCV, wenn sie über dieser Grenze liegen. Aber viele THCV-reiche Sorten haben einen THC-Gehalt von unter 0,2 % und sind daher legal als „Hemp“ verkauft. Achte darauf, dass der Anbieter das klar benennt.
Vertrauenswürdige Quellen sind:
- Spezialisierte Online-Shops mit deutschen oder niederländischen Zertifizierungen (z.B. Hemp & Co, CannabiGen, HempLife)
- Landwirte aus der EU, die organisch anbauen und Labortests veröffentlichen
- Einige Apotheken in der Schweiz oder Österreich, die Cannabis-Extrakte mit THCV anbieten
Vermeide Märkte, Amazon, eBay oder Instagram-Angebote. Dort gibt es oft gefälschte Produkte mit „THCV“ im Namen, die gar kein THCV enthalten - nur CBD oder synthetische Cannabinoide.
Was ist mit THCV-Ölen oder Kapseln?
Die meisten THCV-Öle auf dem Markt enthalten weniger als 0,5 % THCV - oft nur als „Zusatz“ zu CBD. Echte THCV-Öle sind extrem selten und teuer, weil THCV schwer zu isolieren ist. Wenn du ein Öl mit 10 % THCV siehst - zweifle. Das ist entweder falsch oder synthetisch.
Ein echtes THCV-Öl mit 5 % Gehalt kostet heute (2026) zwischen 80 und 120 Euro für 10 ml. Wenn es günstiger ist, ist es nicht rein. Kapseln mit THCV sind seltener, aber einige Hersteller in den USA und Kanada bieten sie an - in Deutschland sind sie rechtlich umstritten.
Was kommt als Nächstes?
Die Forschung zu THCV beschleunigt sich. Studien aus der Universität von Kalifornien (2024) zeigen, dass THCV die Insulinempfindlichkeit bei Typ-2-Diabetikern verbessern kann. Andere Studien untersuchen seine Wirkung auf Parkinson und Fettleibigkeit. In den nächsten zwei Jahren wird THCV wahrscheinlich als „medizinisches Cannabinoid“ in Europa anerkannt - ähnlich wie CBD oder CBN.
Das bedeutet: Die Sorten mit hohem THCV werden nicht nur für Freizeitnutzer interessant, sondern auch für Ärzte und Kliniken. Wer jetzt weiß, welche Sorten wirklich hoch sind, hat einen Vorteil - nicht nur als Nutzer, sondern auch als Informierter.
Welche Cannabissorte hat den höchsten THCV-Gehalt?
Die Sorte mit dem höchsten dokumentierten THCV-Gehalt ist Malawi Gold, die in optimalen Bedingungen bis zu 5 % THCV enthalten kann. Unter kommerziell erhältlichen Sorten ist Purple Pineapple mit durchschnittlich 4,2 % THCV die stärkste. Alle anderen Sorten liegen zwischen 3,3 % und 3,8 %. Wichtig: Der THC-Gehalt muss unter 0,2 % liegen, um in Deutschland legal verkauft werden zu dürfen.
Ist THCV legal in Deutschland?
THCV selbst ist nicht gesetzlich verboten, aber es ist an den THC-Gehalt gebunden. In Deutschland ist Cannabis mit mehr als 0,2 % THC illegal. Daher sind nur Sorten mit THCV und gleichzeitig unter 0,2 % THC legal - diese werden als „Hemp“ verkauft. Produkte mit höherem THC, auch wenn sie viel THCV enthalten, sind verboten.
Kann THCV beim Drogentest auffallen?
Standard-Drogentests suchen nach THC-COOH, nicht nach THCV. THCV wird anders metabolisiert und bleibt nicht im Körper gespeichert. Bei gelegentlichem Gebrauch (unter 10 mg/Tag) ist ein positiver Test unwahrscheinlich. Bei häufigem, hohem Konsum könnte es theoretisch zu Kreuzreaktionen kommen - aber das ist selten und nicht nachgewiesen.
Warum ist THCV nicht in jedem Cannabis enthalten?
Die meisten kommerziellen Sorten wurden über Jahrzehnte hinweg auf hohen THC- und CBD-Gehalt gezüchtet. THCV kommt natürlicherweise in einigen afrikanischen Landrassen vor, aber nicht in den meisten modernen Hybriden. Züchter haben THCV lange ignoriert, weil es keinen starken Rausch verursacht - bis die medizinischen Vorteile entdeckt wurden.
Wie erkenne ich echtes THCV in Produkten?
Achte auf detaillierte Labortests, die den THCV-Gehalt in Prozent angeben - nicht nur „hoch“ oder „mit THCV“. Echte Produkte listen auch THC, CBD und andere Cannabinoid-Werte auf. Vermeide Produkte ohne Nachweis, oder solche, die nur „THCV-Boost“ versprechen. Frische Blüten sind verlässlicher als Öle oder Kapseln.
Wenn du THCV suchst, dann gehe nicht nach Marketing - gehe nach Daten. Die besten Sorten sind nicht die lautesten, sondern die, die dir ein Labor bestätigt hat. Und wenn du unsicher bist - frage nach dem Zertifikat. Ein seriöser Anbieter gibt es dir ohne Zögern.