Cannabis-Wein und andere infundierte Alkohole sind keine kurzlebigen Trendgetränke - sie sind ein Teil einer wachsenden Kultur von bewusstem Konsum. Aber wenn du eine Flasche im Schrank liegen hast, die du vor drei Monaten selbst gemacht hast: Ist sie noch sicher? Geht sie kaputt? Oder wird sie einfach nur schwächer? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein - sie hängt von drei Dingen ab: wie du sie hergestellt hast, wie du sie aufbewahrst und was genau drin ist.
Was macht infundierten Alkohol anfällig?
Alkohol selbst hält jahrelang - ein offener Wodka aus dem Jahr 2020 schmeckt immer noch wie Wodka. Aber wenn du Kräuter, Früchte oder Cannabis hinzufügst, ändert sich das Spiel. Diese Zutaten bringen Wasser, Zucker, Enzyme und Mikroben mit, die den Alkohol verändern können. Cannabis-Wein ist besonders anfällig, weil du oft frische Blüten oder Konzentrate mit Wein mischst. Der Wein enthält schon natürliche Hefen und Bakterien. Die Cannabis-Blüten fügen weitere organische Stoffe hinzu. Zusammen entsteht ein Nährboden für unerwünschte Veränderungen.
Es gibt drei Hauptwege, wie infundierter Alkohol schlecht wird: Verderb durch Mikroben, Oxidation und Abbau der Wirkstoffe. Mikroben sind die größte Gefahr, wenn du keine sterile Methode verwendest. Oxidation tritt auf, wenn Sauerstoff mit den Cannabinoiden reagiert - besonders bei THC. Und der Abbau der Wirkstoffe ist einfach ein natürlicher Prozess: THC wird zu CBN, was nicht nur weniger psychoaktiv ist, sondern auch einen anderen, oft unangenehmen Geschmack hat.
Wie lange hält Cannabis-Wein wirklich?
Wenn du Cannabis-Wein mit frischen Blüten herstellst und ihn bei Raumtemperatur aufbewahrst, solltest du ihn innerhalb von 2-4 Wochen trinken. Danach fängt er an, muffig zu riechen, trüb zu werden oder einen säuerlichen Nachgeschmack zu entwickeln. Das ist kein Zeichen für „verderbten Alkohol“ im Sinne von Lebensmittelvergiftung - aber es ist ein Zeichen dafür, dass du nicht mehr bekommst, was du suchst: klare Wirkung und angenehmen Geschmack.
Wenn du ihn jedoch im Kühlschrank aufbewahrst, verlangsamt sich der Verderb. Unter 4°C hält er bis zu 3-4 Monate, ohne dass er ungenießbar wird. Die meisten Menschen bemerken dann aber einen deutlichen Verlust an Aroma und Wirkkraft. Die THC-Konzentration sinkt um 15-25 % nach drei Monaten - das ist messbar. Einige Labortests aus Kalifornien zeigen, dass nach sechs Monaten bis zu 40 % des THC in CBN umgewandelt ist. CBN ist nicht giftig, aber es wirkt sedierend und schmeckt herb, fast nach altem Holz.
Die beste Methode, um Cannabis-Wein länger haltbar zu machen, ist die Einfrierung. Du kannst ihn in kleinen Portionsflaschen einfrieren - dann hält er bis zu einem Jahr, ohne signifikanten Wirkstoffverlust. Die Farbe bleibt stabil, der Geruch bleibt frisch. Einziges Problem: Nach dem Auftauen kann sich ein wenig Sediment bilden. Das ist normal. Rühre es einfach um, bevor du trinkst.
Wie erkennst du, dass er schlecht ist?
Verderbter infundierter Alkohol verändert sich in vier klar erkennbaren Schritten:
- Geruch: Frischer Cannabis-Wein riecht nach Erde, Zitrus und leicht nach Wein. Wenn er muffig, sauer oder nach faulendem Obst riecht, ist er verdorben.
- Farbe: Er sollte klar oder leicht trüb sein - aber nicht grau, grünlich oder braun. Eine dunkle Verfärbung deutet auf Oxidation oder Schimmel.
- Textur: Wenn du Sediment siehst, das sich nicht mehr auflöst, oder eine schleimige Schicht auf der Flüssigkeit, ist es vorbei.
- Geschmack: Ein leichter Bitterstoff ist normal. Ein starker, saurer oder metallischer Nachgeschmack? Nicht mehr genießbar.
Einige Leute sagen: „Ich hab’s getrunken, mir ist nichts passiert.“ Das ist wahr - du wirst wahrscheinlich nicht ins Krankenhaus kommen. Aber das ist kein Indikator für Qualität. Es ist wie ein abgelaufener Joghurt: Er schmeckt nicht mehr gut, und du verlierst die Wirkung, die du suchst. Warum also riskieren?
Wie stellst du Cannabis-Wein richtig her?
Die Herstellungsmethode bestimmt die Haltbarkeit. Viele Anleitungen im Internet empfehlen, Cannabis mit Wein zu erhitzen - das ist ein Fehler. Über 70°C beginnt THC zu zerfallen. Besser: kalte Infusion. Gib die zerkleinerten Blüten in einen verschließbaren Glasbehälter, füge den Wein hinzu, und stelle ihn zwei bis vier Wochen in den Kühlschrank. Rühre alle zwei Tage um. Filtere danach durch ein feines Tuch oder einen Kaffeefilter - nicht durch Papier, das zu viel Aroma absorbiert.
Ein weiterer Trick: Füge einen Esslöffel Zucker oder Honig hinzu. Das erhöht den Alkoholgehalt indirekt - Hefen brauchen Zucker, um zu gären. Aber wenn du keinen Zucker hinzufügst, bleibt der Alkoholgehalt stabil. Die meisten Weine haben 12-14 % Alkohol - das ist schon genug, um Bakterien zu hemmen. Wenn du aber mit niedrigem Alkohol arbeitest (z. B. mit Apfelwein oder Rosé), wird die Haltbarkeit deutlich kürzer.
Verwende immer Glas. Niemals Plastik. Plastik kann Chemikalien abgeben, die mit Cannabinoiden reagieren. Und verschließe die Flasche luftdicht - am besten mit einem Weinkorken oder einem Gummistopfen. Luft ist der Feind.
Was ist mit industriell hergestelltem Cannabis-Wein?
Wenn du eine Flasche aus einem regulierten Laden kaufst, ist die Haltbarkeit anders. Diese Produkte werden oft pasteurisiert, mit Konservierungsstoffen wie Kaliumsorbat behandelt und in dunklen Flaschen abgefüllt. Sie haben ein Verfallsdatum - meist 6-12 Monate nach Abfüllung. Du findest es auf dem Etikett. Solange du sie im Kühlschrank hältst, sind sie sicher. Nach dem Öffnen solltest du sie innerhalb von 3-4 Wochen aufbrauchen. Auch hier gilt: Wenn es nach Essig riecht, wirkt es trüb oder schmeckt sauer - wirf es weg.
Einige Hersteller verwenden CO₂-Extrakte statt ganzen Blüten. Das macht das Produkt stabiler. Diese Versionen halten länger, weil sie weniger organische Partikel enthalten. Sie sind auch konsistenter in der Wirkung. Aber sie kosten mehr. Und sie schmecken nicht so natürlich.
Wie lagert du infundierten Alkohol richtig?
Es gibt nur drei Regeln für die Lagerung:
- Kühl: Unter 10°C - ideal ist der Kühlschrank. Nicht auf der Fensterbank, nicht im Schrank neben dem Herd.
- Dunkel: Licht zerstört Cannabinoiden. Dunkle Flaschen sind besser als klare. Wenn du nur klare hast, wickle sie in Alufolie.
- Luftdicht: Jeder Tropfen Sauerstoff beschleunigt den Abbau. Nutze Flaschen mit Schraubverschluss oder Weinkorken mit Wachsversiegelung.
Einige Leute lagern ihren Cannabis-Wein im Gefrierschrank - das ist perfekt, wenn du ihn nicht innerhalb von zwei Monaten trinkst. Einfrieren stoppt fast alle chemischen Reaktionen. Du kannst ihn in Eiswürfelformen einfrieren - dann hast du sofort portionierte Dosen für Cocktails.
Was passiert, wenn du ihn trotzdem trinkst?
Wenn du einen verdorbenen Cannabis-Wein trinkst, wirst du höchstwahrscheinlich keinen schweren Schaden nehmen. Es ist kein Gift - aber es ist auch kein Genuss. Du bekommst keine klare Wirkung. Stattdessen könntest du Magenkrämpfe, Übelkeit oder Kopfschmerzen bekommen - nicht wegen THC, sondern wegen der Bakterien oder Schimmel, die sich gebildet haben.
Es gibt keine dokumentierten Fälle von schweren Vergiftungen durch infundierten Cannabis-Wein. Aber es gibt viele Berichte von Menschen, die nach dem Trinken von „alten“ Getränken eine Woche lang unwohl waren - mit Verdauungsproblemen und Erschöpfung. Das ist nicht normal. Das ist dein Körper, der sagt: „Ich will das nicht.“
Und dann ist da noch der psychologische Effekt: Wenn du weißt, dass dein Getränk verdorben ist, wirkt es nicht mehr entspannend. Es wirkt unsicher. Und das ist das Gegenteil von dem, was du mit Cannabis-Wein suchst: Ruhe, Klarheit, Wohlbefinden.
Fazit: Verfällt infundierter Alkohol?
Ja, er verfällt - aber nicht wie Milch. Er verliert langsam seine Wirkung, seinen Geschmack und seine Reinheit. Cannabis-Wein ist kein Alkohol, der sich einfach nur „veraltet“. Er ist ein lebendiges Produkt - und wie jedes lebendige Produkt braucht es Pflege. Wenn du ihn richtig herstellst, kühl und dunkel aufbewahrst und innerhalb von drei Monaten trinkst, wird er dich mit klaren Effekten und angenehmem Geschmack belohnen. Wenn du ihn liegen lässt, wirst du nicht nur Geld und Zeit verschwenden - du wirst auch die Erfahrung verpassen, die du suchst.
Ein guter Cannabis-Wein ist wie ein guter Wein: Er wird besser, wenn du ihn mit Respekt behandelst. Nicht mit Geduld - mit Aufmerksamkeit.
Kann infundierter Alkohol schädliche Bakterien enthalten?
Ja, besonders wenn er mit frischen Pflanzen oder unsterilen Werkzeugen hergestellt wurde. Bakterien wie Lactobacillus oder Hefen können sich vermehren, wenn der Alkoholgehalt zu niedrig ist oder er nicht gekühlt wird. Das führt zu Säurebildung, Schimmel oder unangenehmen Gerüchen. Es ist selten toxisch, aber es kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Wie lange hält Cannabis-Wein im Kühlschrank?
Gut hergestellter Cannabis-Wein hält im Kühlschrank bis zu 3-4 Monate, ohne dass er ungenießbar wird. Nach sechs Monaten sinkt der THC-Gehalt um bis zu 40 %, und der Geschmack wird herb und metallisch. Für optimale Wirkung und Aroma solltest du ihn innerhalb von 2-3 Monaten trinken.
Kann man infundierten Alkohol einfrieren?
Ja, und das ist die beste Methode, um ihn länger haltbar zu machen. Eingefroren hält er bis zu einem Jahr, ohne signifikanten Wirkstoffverlust. Die Flüssigkeit kann nach dem Auftauen trüb sein - das ist normal. Rühre sie einfach um, bevor du trinkst. Verwende kleine Portionsbehälter, um mehrfaches Auftauen zu vermeiden.
Warum wird Cannabis-Wein nach einiger Zeit bitter?
Das liegt an der Umwandlung von THC in CBN (Cannabinol), das durch Licht und Wärme beschleunigt wird. CBN hat einen herb-würzigen, fast holzigen Geschmack und wirkt sedierend. Es ist nicht schlecht, aber es ist nicht mehr das, was du ursprünglich wolltest. Frisch hergestellter Cannabis-Wein schmeckt nach Erde, Zitrus und Wein - nicht nach altem Holz.
Ist industrieller Cannabis-Wein sicherer als selbstgemachter?
Ja, meistens. Industrielle Produkte werden pasteurisiert, mit Konservierungsstoffen behandelt und in kontrollierten Umgebungen abgefüllt. Sie haben ein Verfallsdatum und werden auf Mikroben und Cannabinoidkonzentration getestet. Selbstgemachter Wein ist weniger konsistent - aber auch natürlicher. Beide sind sicher, wenn sie richtig gelagert werden.