Absinth Geschichte: Wie ein Getränk zur Legende wurde
Wusstest du, dass Absinth einst als "grüne Fee" gefeiert und später brutal verbannt wurde? Die Geschichte dieses Getränks ist wild: Heilmittel, Kunstinspiration, Skandal und schließlich Comeback. Hier bekommst du klare Fakten und praktische Tipps, ohne Mythen.
Ursprung und Aufstieg
Absinth entstand im späten 18. Jahrhundert in der Schweiz als Kräuterlikör mit Wermut, Anis, Fenchel und weiteren Pflanzen. Zuerst diente er als Medizin gegen Verdauungsprobleme. Bald wurde er in Frankreich populär, vor allem im 19. Jahrhundert, als Cafés und Künstler ihn regelmäßig tranken.
In Paris galt Absinth als Modegetränk der Bohème. Schriftsteller und Maler wie Verlaine, Baudelaire oder Van Gogh tranken ihn – teils zur Inspiration, teils aus sozialer Gewohnheit. Das gab dem Getränk eine gewisse Aura und zugleich schlechte Presse.
Skandal, Verbot und Wiedergeburt
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts häuften sich Berichte über Halluzinationen und Gewalt nach Absinthkonsum. Schuld daran machte man das Thujon, ein Stoff aus Wermut, obwohl die meisten Vorwürfe übertrieben oder falsch waren. Viele Länder, darunter Frankreich und die USA, verboten Absinth Anfang des 20. Jahrhunderts.
Das Verbot hielt Jahrzehnte. Erst ab den 1990er und 2000er Jahren setzte eine Rückkehr ein: Hersteller passten Rezepturen an, kontrollierten Thujon-Werte und arbeiteten mit Behörden. Heute ist Absinth wieder legal in vielen Ländern – oft mit strengen Limits für Thujon.
Was bedeutet das für dich praktisch? Wenn du Absinth probieren willst, such dir moderne Marken, die transparent mit Zutaten und Thujon umgehen. In Bars siehst du oft das klassische Ritual: Absinth in ein Glas, ein gelochter Löffel mit Zucker darüber, dann kaltes Wasser, das langsam aufgelöst wird. Das macht die Aromen runder und mildert den hohen Alkoholgehalt.
Geschmacklich reicht Absinth von kräuterig-bitter bis süß-anisig. Es gibt verschiedene Typen: grüne (verte) Absinths mit sichtbarer Kräuterfarbe und klare (blanche) Sorten. Achte auf Alkoholgehalt: Viele Absinths liegen zwischen 45 und 75 % Vol., also langsam trinken und dosieren.
Zum Abschluss ein paar kurze Tipps: Probier zunächst kleine Mengen, mische Wasser im Verhältnis 1:3 bis 1:5, und meide Autofahren nach dem Genuss. Lies Etiketten zu Thujon und Herkunft. Und wenn dich die Kultur interessiert: Such dir eine Bar mit Ritual und Erfahrung – das macht den Unterschied.
Die Absinth Geschichte zeigt, wie ein Getränk zwischen Medizin, Mythos und Gesetz pendeln kann. Wer neugierig ist, findet heute sichere, gut erklärte Produkte und ein Stück lebendige Kultur.