Wenn du in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder online nach einer Creme mit CBD suchst, fragst du dich vielleicht: Ist das wirklich sicher für meine Haut? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt von vielen Faktoren ab - von der Qualität des Produkts, deiner Haut und wie du es verwendest. Viele Hersteller versprechen Wunder: weniger Rötungen, weniger Akne, mehr Entspannung. Aber was steckt wirklich dahinter?
Was ist CBD überhaupt?
CBD steht für Cannabidiol. Es ist eine natürliche Substanz aus der Hanfpflanze, aber anders als THC macht es nicht high. Das ist ein wichtiger Unterschied. Während THC im Cannabis für die psychoaktive Wirkung sorgt, wirkt CBD beruhigend - besonders auf die Haut und das Nervensystem. In Kosmetikprodukten wird es oft als Öl, Extrakt oder Pulver verwendet. Es wird nicht durch die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen, zumindest nicht in nennenswerten Mengen. Das bedeutet: Du bekommst keine psychoaktive Wirkung, auch nicht bei täglicher Anwendung.
Die meisten CBD-Kosmetikprodukte enthalten weniger als 0,2 % CBD. Das ist die gesetzliche Grenze in Deutschland und der EU. Produkte mit mehr als diesem Wert gelten als Rauschmittel und sind verboten. Wenn du ein Produkt mit höherem Gehalt siehst, ist es entweder illegal oder du hast es falsch verstanden. Achte immer auf das Etikett.
Warum wird CBD in Kosmetik verwendet?
Gründe für die Nutzung von CBD in Cremes, Serums und Ölen sind nicht Marketing-Hype, sondern wissenschaftliche Beobachtungen. Studien zeigen, dass CBD entzündungshemmend wirkt. Das ist besonders hilfreich bei Hautproblemen wie Akne, Rosazea oder Ekzemen. Es reguliert auch die Talgproduktion - ein Grund, warum viele mit fettiger Haut oder neigenden Pickeln es ausprobieren.
Eine Studie aus dem Jahr 2014, veröffentlicht im Journal of Clinical Investigation, zeigte, dass CBD die Talgdrüsen im Hautgewebe beruhigt und übermäßige Talgproduktion reduziert. Das ist kein Theoriegebäude - das wurde im Labor nachgewiesen. Auch bei trockener, gereizter Haut kann CBD helfen. Es stärkt die Hautbarriere und reduziert Juckreiz. Viele Nutzer berichten von weniger Rötungen und einem ruhigeren Hautgefühl nach einigen Wochen regelmäßiger Anwendung.
Wie sicher ist CBD für die Haut?
Bei den meisten Menschen ist CBD-Kosmetik gut verträglich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2020 festgestellt, dass CBD in topischer Anwendung - also auf der Haut - keine signifikanten Risiken birgt. Das gilt aber nur, wenn das Produkt sauber und korrekt hergestellt ist.
Das große Problem ist: Der Markt ist unreguliert. Viele Produkte enthalten nicht das, was auf der Flasche steht. Ein Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2023 untersuchte 25 CBD-Cremes aus deutschen Drogerien. Ergebnis: In sieben Produkten war kein CBD nachweisbar. In fünf anderen war mehr THC enthalten als erlaubt - bis zu 0,5 %. Das ist über der legalen Grenze. Und in drei Produkten fanden sich Schwermetalle oder Pestizide.
Das heißt: Sicherheit hängt stark vom Hersteller ab. Ein Produkt von einer kleinen, transparenten Marke aus Münster oder Berlin, die ihre Labortests öffentlich zeigt, ist viel verlässlicher als eine billige Creme von einer unbekannten Website mit falschen Zertifikaten.
Wie erkennst du ein sicheres CBD-Produkt?
Wenn du CBD-Kosmetik kaufen willst, frag dich diese vier Dinge:
- Wird der CBD-Gehalt angegeben? Nicht nur „mit CBD“ - sondern „enthält 5 % CBD“ oder „200 mg CBD pro 50 ml“. Wenn das nicht steht, lass es.
- Gibt es einen Laborbericht (COA)? Ein echter Hersteller stellt den sogenannten Certificate of Analysis online zur Verfügung. Dort steht genau, welche Substanzen enthalten sind - und welche nicht. Suche nach „COA“ oder „Zertifikat“ auf der Website.
- Wurde das Produkt aus EU-Hanf hergestellt? Hanf aus der EU unterliegt strengeren Kontrollen als aus anderen Ländern. Produkte mit „Hemp“ aus China oder USA sind oft riskanter.
- Steht „0,2 % THC“ oder „THC-frei“ drauf? Selbst wenn du kein High bekommst, kann THC bei empfindlichen Menschen Hautreaktionen auslösen. Wer allergisch ist, sollte auf THC-freie Produkte achten.
Ein Beispiel: Die Marke „Hemp & Bloom“ aus Münster veröffentlicht jeden Monat neue Labortests auf ihrer Website. Die Creme „Soothing CBD Day Cream“ enthält 3 % CBD, 0,01 % THC und ist ohne Parfüm, ohne Silikone. Das ist, was ein sicheres Produkt ausmacht.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Die meisten Menschen haben keine Probleme. Aber manche reagieren empfindlich. Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Leichte Rötung oder Juckreiz an der Applikationsstelle
- Unverträglichkeit mit anderen Inhaltsstoffen (z. B. ätherischen Ölen oder Konservierungsstoffen)
- Allergische Reaktionen - besonders bei Menschen mit Hanf-Allergie (sehr selten)
Wenn du zum ersten Mal CBD-Kosmetik benutzt, teste es auf einer kleinen Hautstelle - etwa am Unterarm - und warte 24 Stunden. Wenn nichts passiert, kannst du es sicher aufs Gesicht auftragen.
Wenn du schwanger bist, stillst oder unter einer chronischen Hauterkrankung leidest, sprich vorher mit deinem Hautarzt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass CBD während der Schwangerschaft schädlich ist - aber auch keine langfristigen Studien. Besser vorsichtig sein.
Was ist mit CBD-Ölen für die Haut?
CBD-Öle sind oft reiner als Cremes. Sie enthalten weniger Zusatzstoffe. Das kann ein Vorteil sein - besonders für empfindliche Haut. Aber sie sind auch schwerer zu dosieren. Ein Tropfen enthält oft mehr CBD als eine ganze Creme. Du brauchst also weniger. Und du musst aufpassen, dass du es nicht mit anderen Ölen verwechselst. Ein CBD-Öl ist kein Massageöl. Es ist ein konzentriertes Hautpflegemittel.
Ein Tipp: Gib ein bis zwei Tropfen CBD-Öl in deine tägliche Feuchtigkeitscreme. So mischst du es mit anderen Wirkstoffen wie Hyaluronsäure oder Niacinamid - und erhöhst die Wirkung, ohne die Haut zu überlasten.
Wie lange dauert es, bis es wirkt?
Nicht sofort. CBD wirkt nicht wie ein Schmerzmittel, das innerhalb von Minuten wirkt. Es baut sich langsam auf. Die meisten Nutzer merken nach 2-4 Wochen regelmäßiger Anwendung eine Verbesserung. Bei Akne kann es bis zu acht Wochen dauern, bis sich die Pickel reduzieren. Geduld ist wichtig. Du kannst nicht jeden Tag eine neue Creme ausprobieren und erwarten, dass sie sofort Wunder wirkt.
Es geht nicht um schnelle Ergebnisse. Es geht um eine beruhigte Haut, die sich im Laufe der Zeit stabilisiert. Das ist kein Trend - das ist Hautpflege mit Wirkstoffen, die den Körper unterstützen, sich selbst zu heilen.
Was ist mit Kindern oder älteren Menschen?
CBD-Kosmetik ist für Kinder nicht verboten, aber auch nicht empfohlen. Die Haut von Kindern ist dünner, empfindlicher. Es gibt kaum Studien zur Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren. Bei älteren Menschen ist CBD meist gut verträglich. Viele nutzen es bei trockener, rissiger Haut oder bei Arthritis-bedingten Schmerzen in den Händen. Hier wirkt die entzündungshemmende Wirkung besonders gut.
Wenn du es für ein Kind oder einen älteren Angehörigen ausprobieren willst, sprich mit einem Dermatologen. Und fange mit einem sehr niedrigen CBD-Gehalt an - etwa 1 %.
Was ist der Unterschied zwischen CBD und Hanföl?
Viele verwechseln CBD-Öl mit Hanföl. Das ist ein großer Fehler. Hanföl wird aus den Samen der Hanfpflanze gepresst. Es enthält kein CBD. Es ist reich an Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren und gut für die Hautbarriere. Aber es hat keine der beruhigenden oder entzündungshemmenden Wirkungen von CBD.
Wenn du eine Creme kaufst, die „Hanföl“ als Hauptzutat nennt, aber CBD verspricht - dann ist das irreführend. Lies die Zutatenliste genau. CBD muss explizit aufgeführt sein. Hanföl ist kein CBD.
Kann CBD mit anderen Wirkstoffen interagieren?
In der Haut passiert meist nichts. Aber wenn du gleichzeitig Medikamente verwendest - etwa Cortison-Creme oder Antibiotika - solltest du vorsichtig sein. Es gibt keine klaren Daten, aber es ist möglich, dass CBD die Wirkung von bestimmten Substanzen beeinflusst. Wenn du chronisch krank bist oder regelmäßig Medikamente nimmst, frage deinen Arzt, bevor du CBD-Kosmetik verwendest.
Fazit: Ist CBD-Kosmetik sicher?
Ja - aber nur, wenn du es richtig wählst. Ein hochwertiges, getestetes CBD-Produkt aus vertrauenswürdiger Herstellung ist für die meisten Menschen sicher und wirksam. Ein billiges, ungetestetes Produkt kann schädlich sein. Der Schlüssel ist Transparenz: Labortests, klare Kennzeichnung, EU-Hanf, niedriges THC. Und Geduld. CBD ist kein Zauberstab. Es ist ein sanfter, natürlicher Helfer für die Haut - wenn du ihn mit Respekt behandelst.
Ist CBD-Kosmetik legal in Deutschland?
Ja, CBD-Kosmetik ist in Deutschland legal, solange der THC-Gehalt unter 0,2 % liegt und das Produkt aus zugelassenem EU-Hanf hergestellt wurde. Es darf keine psychoaktive Wirkung haben. Produkte mit höherem THC oder aus nicht-geprüften Quellen sind verboten.
Kann CBD-Kosmetik zu einem positiven Drogentest führen?
Nein, wenn du CBD-Kosmetik nur äußerlich verwendest, wird kein THC in den Blutkreislauf gelangen, der einen Drogentest beeinflussen könnte. Nur bei oraler Einnahme von CBD-Ölen besteht ein sehr geringes Risiko - bei topischer Anwendung ist es praktisch ausgeschlossen.
Wann sollte man CBD-Kosmetik nicht verwenden?
Wenn du allergisch auf Hanf oder Cannabinoide reagierst, wenn du schwanger oder stillst (ohne ärztliche Absprache) oder wenn du bereits Medikamente auf der Haut verwendest, die mit CBD interagieren könnten. Auch bei offenen Wunden oder stark entzündeter Haut solltest du vorsichtig sein.
Wie lange hält CBD-Kosmetik?
CBD ist licht- und wärmeempfindlich. Die meisten Produkte halten 6-12 Monate, wenn sie kühl und dunkel aufbewahrt werden. Achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und vermeide direktes Sonnenlicht. Wenn die Creme riecht oder sich verfärbt, wirf sie weg.
Kann man CBD-Kosmetik mit anderen Hautpflegeprodukten kombinieren?
Ja, sehr gut sogar. CBD passt zu Hyaluronsäure, Niacinamid, Panthenol und Zink. Vermeide aber starke Säuren wie AHA oder BHA direkt danach - das kann die Haut reizen. Besser: CBD abends, Säuren morgens.