Lebergesundheit und CBD: Was du wirklich wissen musst
CBD wird oft als harmlos angesehen. Fakt ist: Die Leber verarbeitet CBD und kann darauf reagieren. Bevor du regelmäßig CBD nimmst, lohnen sich ein paar einfache Checks und Regeln – so schützt du deine Leber ohne Panik.
Wie CBD die Leber beeinflussen kann
Die Leber baut CBD über Enzyme (vor allem CYP450-Familie) ab. Das bedeutet zwei Dinge: Erstens kann CBD Leberenzyme verändern. Klinische Studien zu Epidiolex (ein zugelassenes CBD-Präparat) zeigten, dass bei einigen Patienten die Leberwerte (ALT/AST) anstiegen, vor allem bei hohen Dosen oder in Kombination mit bestimmten Medikamenten wie Valproat. Zweitens kann CBD die Wirkung anderer Medikamente verstärken oder abschwächen, weil es dieselben Enzyme blockieren kann. Denk an Medikamente wie Blutverdünner (z. B. Warfarin), einige Statine oder bestimmte Antiepileptika – hier ist Vorsicht geboten.
Praktische Tipps für den sicheren Gebrauch
Mach zuerst einfache Tests: Lass vor der Einnahme Basis-Leberwerte (ALT, AST, Bilirubin) beim Arzt messen. Wenn du hohe Dosen planst oder Medikamente nimmst, wiederhole die Tests nach etwa einem Monat und nach drei Monaten; bei Auffälligkeiten häufiger. Bei normalen, niedrigen Dosen für Wohlbefinden (typisch 5–20 mg täglich) sind Probleme seltener, aber möglich.
Geh „low and slow“ vor: Starte mit einer kleinen Dosis, steigere langsam und notiere Effekte. Wenn du Medikamente einnimmst, sprich mit deinem Arzt über mögliche Wechselwirkungen – nenne Namen und Dosierungen aller aktuellen Präparate.
Achte auf Qualität: Kaufe nur Produkte mit Prüfbericht (Certificate of Analysis). Verunreinigte oder falsch deklarierte CBD‑Produkte, sowie neue synthetische Cannabinoide (z. B. HHC-Varianten, Delta-8 ohne klare Herkunft) können unbekannte Risiken für die Leber haben. Produkte mit klarer THC-Angabe und Laborprüfung sind sicherer.
Wähle die Form bewusst: Oral eingenommenes CBD unterliegt dem First‑Pass‑Effekt in der Leber und belastet die Leber stärker als sublinguale oder inhalative Formen. Trotzdem haben orale Produkte meist eine gleichmäßigere Wirkung. Bei Vorerkrankungen der Leber nur unter ärztlicher Aufsicht verwenden.
Wenn du Symptome wie Gelbsucht, ungewöhnliche Müdigkeit, dunklen Urin oder starke Übelkeit bemerkst, stoppe CBD und lass die Leberwerte prüfen. Dasselbe gilt, wenn Routinewerte ansteigen.
Kurz zusammengefasst: CBD kann die Leber beeinflussen, vor allem bei hohen Dosen oder in Kombination mit bestimmten Medikamenten. Prüfe Leberwerte vorab, starte niedrig, nutze nur getestete Produkte und sprich mit deinem Arzt, wenn du unsicher bist.